Gleich am Morgen ein kleiner Schreck: Es ist ja um 6:15 Uhr noch alles dunkel :O . Jetzt macht sich wirklich der Weg nach Westen und insbesondere nach Süden bemerkbar.  Um 7:30 dann bei aufgehender Sonne und einem Käsebrot von der Vermieterin im Gepäck geht es los (Frühstück gab es regulär erst um 9 Uhr).

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Es geht durch unterschiedlichste Landschaften hauptsächlich aber zwischen Olivernhainen auch durch ein Gebirge über 1.500m.

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Die Straßen waren heute insgesamt sehr unterschiedlich. Mal weit geschwungen und breit – mal schmal und mit Haarnadelkurven. Auch unbefestigte Straßen sind immer wieder mit dabei.

Dann ein Riesenschild mit der Aufschrift „Carretera cortada 17,7 km“. Ach was – betrifft mich doch nicht mit einem geländegängigen Motorrad. 17,7km weiter, nach einsamer und wunderschöner Fahrt mit tollen Kurven dann das hier

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Okay -dann absteigen und mal schauen: Die Straße samt S-Kurve ist anscheindend auf 100m komplett verschwunden! Das Abgehen der asphaltfreien Strecke zeigt einen neuralgischen Punkt: Circa 3 m Höhenunterschied mit rund 50-60° (nicht %) Gefälle. Könnte doch auch gehen – schön auf der Hinterbremse bleiben und dann unten kurz abbremsen um dann die Rechtskurve zu nehmen .Okay – auf die Maschine und los. Schon beim ersten Anbremsen noch beim moderaten Gefälle merke ich, dass die schwere Fuhre sich selbst da fast nicht zum stehen bringen lässt. Nach dem schweren Gefälle werde ich viel zu schnell sein um auf dem prekären Untergrund aus losem Sand und Kies heil um die Kurve zu kommen. Also wieder vor das Hindernis und neu planen. Wieder ganz zurück und umfahren? Die Karte zeigt mir einen Riesenumweg. Die Lösung: Einfach ein paar 100m durch den Olivenhain und von dort wieder auf die andere Hälfte der Straße 🙂 .

Noch froh über diesen Coup übersehe ich in der Folge eine üble  Bodenwelle – und höre ein unheilschwangeres Krachen links hinter mir. Der linke Koffer ist aus der linken Aufhängung und der Befestigung unten gesprungen. Nach dem Absteigen sehe ich auch die Ursache für den Krach: Der Kofferträger ist an der oberen Befestigung gebrochen.

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Segnung des Internets!  Schnell bei der Motorradwerkstatt meines Vertrauens Mertinke angerufen und ein Bild  per Internet geschickt (aus der tiefsten Pampa). Er wird das rechtzeitig besorgen können, so dass meine liebe Ehefrau das mitbringen kann.Grundsätzlich ist die Befestigung noch gegeben, da der „Knubbel“ oben den Koffer hauptsächlich gegen ein Herausspringen schützt. Aber die unbefestigten Straßen fahre ich doch nun noch vorsichtiger und schaue immer wieder ob der Koffer noch ordentlich sitzt. Tja, es hat schon seinen Grund, warum bei der Adventure ein anderes System zum Einsatz kommt.

Ohne weitere Vorkommnisse ging es weiter. Heute gibt es auch nichts Aufregendes von der Tierwelt zu berichten. Insgesamt scheint es aber südlich der Pyrenäen weniger Insekten zu geben. Musste ich in den ersten Tagen spätestens nach 200km Fahrt (bei Trockenheit) das Visier reinigen, so kleben nun am Ende des Tages nur wenige Überreste am Visier. Nur etwas recht erstaunliches habe ich heute bemerkt: Ich habe ein paar Heuschrecken (oder wohl eher Grillen) an der Innenseite (!) der Vorderfelge kleben…

Letztendlich gut bei der Unterkunft angekommen und wieder positiv überrascht. Liebevoll und großzügig eingerichtet. Der wichtige Begriff ist wohl „Casa Rural“ (übersetzt so etwas wie Landhaus)  – um so eine Unterkunft handelte es sich auch gestern und ich werde zukünftig bei Bedarf primär danach suchen

Bevor ich nun gleich in die Stadt gehe verbringe ich meine Zeit hier:

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Statistik

Zurückgelegte Strecke: 433.4 km

Fahrzeit: 6:57 Stunden

Durchschnittsgeschwindigkeit: 61 km/h


1 Kommentar

Dagmar · 15. Juli 2016 um 16:19

Traumhafte Strecke. Da bekommt man Appetit. Nur die Unwägbarkeiten müssen nicht sein. Gutes Fahren weiterhin. Freue mich auf weitere schöne Bilder.

LG Dagmar

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