Wegen kurzfristiger Änderungen der Reiseroute hier der Rest in einem Beitrag. Wie es dazu kam kann im Folgenden nachgelesen werden.

Tag 3

Am Abend zuvor hatte ich im Wetterbericht gelesen, dass ab Mittag für Andorra Regen vorhergesagt ist. Insofern habe ich wieder gesehen, dass ich rechtzeitig loskomme. Bei frischen 17°C ging es kurz nach sieben Uhr los. Zuvor hatte ich auf dem Zimmer mit dem Brot, welches ich mir am Abend zuvor im Mercadona gekauft hatte und meinem Käse ein Frühstück eingenommen.

Schön kurvenreich ging es in die Pyrenäen. Der Himmel sah da noch überhaupt nicht nach Regen aus.

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Aber ich wusste ja auch von der Hinfahrt wie schnell sich das Wetter in den Bergen ändern kann. Und richtig. Kurz bevor ich in Andorra war hat sich der Himmel bereits zugezogen. Andorra hat mich dann mehr als entäuscht: Ein mehrstöckiger Touriladen neben dem anderen. Alles mit Autos verstopft und eine Luft die mich eher an London oder New York bei Windstille erinnert hat. Das Land braucht kein Mensch! Da wäre ich lieber doch wieder weiter westlich durch die Pyrenäen gefahren wie beim Hinweg. Entsprechend froh war ich dann, als es endlich in den Tunnel Richtung Frankreich ging.

In Frankreich wurde ich dann von dem gleichen Wetter begrüßt wie ich auf der Hinfahrt verabschiedet wurde: 12°C und Nebel. Und ja – trotzdem war mir das lieber als Andorra…

Nachdem es  von den über 2000m runter und die Wolken ging wurde es auch schnell freundlicher. Zunächst musste ich dann noch eine Blechlawine überwinden, was wegen eines kilometerlangen Staus in Frankreich vor Andorra etwas nervig war.

Bei der ersten Pause danch wurde ich dann von einem jungen Spanier mit einer Kawasaki 6 angesprochen (hatte ich ein paar Minuten zuvor  überholt), der auch von Andorra recht angekotzt war. Nach meinem zweiten Frühstück dort ging es dann recht schnell auf eine Nebenstrecke. Ich hatte für diese Strecke „extrem kurvig“ bei der Planung ausgewählt, da das Etappenziel vergleichsweise nah war und somit wurde ich auf einen  13km langen Pass geleitet, der nicht asphaltiert war. Hier eine Stelle ohne Serpentinen:

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Kurz nachdem Foto stand eine Kuhherde mitten auf der Fahrbahn. Da da auch Kälber dabei waren, wurde ich schon etwas unruhig, als ich von den ganzen Hörnern umringt war. Die Kühe können ja auch komisch werden.

Nun ging es weiter und ich stellte fest, dass ich in den Corbieres war. Daraufhin habe ich mir die Route mal genauer angeschaut und festgestellt, dass diese recht nah an Azillanet vorbei geht und habe einen Bekannten, den ich über meinen Bruder Hartmud kenne, Andres angerufen und gefragt, ob ich mal kurz vorbei kommen soll. Der hat mich (neben der Bejahung meiner Frage) gleich darauf hingewiesen, dass mein Bruder eventuell auf seinem Grundstück ist!  Also – auf nach Azillanet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich über 14km Höhenunterschied jeweils hoch und runter bewältigt.

Als ich die netten südfraanzösichen Dörfer sah, bekam ich auch wieder Lust auf Südfrankreich. Bei dem Grundstück meines Bruders angekommen habe ich diesen bei der Arbeit mit der Motorsense im Unterholz überrascht.  Nach kurzer Begrüßung habe ich meine Pläne geändert und die Hotels für den Rest der Reise storniert.

Allerdings war auch auf der Dachterrasse bis auf einen kurzen Moment kein Internet verfügbar, was diesem megalangen Beitrag führte.

Nun begann für knapp zwei Tage ein kurzer Zwischenurlaub in Azillanet, der nebem dem versprochenen Besuch von Andres auch leckeres Essen, Wein, schöne Spaziergänge und (für Besuche dort obligatorisch 😉 ) Arbeit: Es wurde so einiges zuückgeschnitten, gefällt und nachdem ich leichtsinnigerweise den Vorteil eines Werkzeugschuppens gelobt habe, das Fundament für diesen ausgehoben. Aber es gab auch die Zeit für eine schöne Motorradrundfahrt mit schönen Kurven und guten Aussichten. Und die Nacht unter einem unvergleichlichen Sternenhimmel hat für die Arbeit mehr als entschädigt.

Tag 4

Entsprechend ging es zwei Tage nach meiner Ankunft gegen Mittag wieder weiter. An diesem Tag kam ich nicht besonders weit. Nachdem es zunächst durch recht schöne Straßen weiterging hatte festgestellt, dass ich die Route falsch geplant hatte. Bei der Reststrecke ohnehin  langen Planungsdauer (bei Auswahl „kurvenreiche Strecke“ werden Millionen von Straßen analysiert) wurde ich zu ungeduldig und musste nochmals neu starten. Während der Planung bin ich einfach losgefahren und habe mich an der (auch während des Planungsvorgangs) angezeigten Himmelsrichtung orientiert. Das hat dann auch ganz gut geklappt. Jedoch wurde ich kurz danach in ein Urlaubsgebiet geleitet und bin zu der Überzeugung gekommen, dass die Franzosen alles daran setzen ihren Urlaub im Auto zu verbringen und man in Dörfern nicht schneller als Schritt fährt.

Da alles recht zeitig zumacht habe ich mich ab 18:30 auf die Suche nach einem Hotel gemacht. Nachdem ich bei drei Hotels abgewiesen worden bin (alles ausgebucht) habe ich schlussendlich in der Auberge des Pins in Aubenas eine Schlfstätte gefunden. Dort konnte ich auch zu Abend essen hatte aber nicht viel Strecke an dem Tag geschafft. Allerdings konnte ich da das Internet nutzen, um mit kurviger.de eine neue Strecke planen. Die Tomtom Planung ist zwar vergleichbar, aber kurviger.de leitet einen meines Erachtens etwas besser durch bzw. um Städte und Dörfer.

Tag 5

Los ging es nach einem Frühstück um 8:30. Auf dem Navi standen 950 km und eine geschätzte Ankunftszeit von 4:10 (am folgenden Morgen). Die Entscheidung ob ich durchfahre oder ob ich noch eine Übernachtung einbaue, wollte ich im Laufe des Tages treffen.

Die Strecke war insbesondere zu Anfang sehr anspruchsvoll mit vielen Haarnadelkurven und sehr unterschiedlichen Straßenbelägen. Natürlich wieder mit Zentern des französichen Straßenbauwunderheilmittels Kies. Dennoch konnte ich die Fahrt sehr geniessen. Die Temperatur hat sich die ganze Zeit im optimalen Bereich zwischen 19°C und 26°C bewegt.

Hinter den französichen Alpen wurde die Strecke deutlich schneller. Es blieb bei  einer kurvenreichen Strecke, jedoch waren das überwiegend weiter gezogene und übersichtlichere Kurven. Um halb sechs wurde es (mal wieder) Zeit, wo es in Frankreich sinnvoll wurde zu tanken. Jedoch kam ich nur an Tankstellen vorbei, die bereits geschlossen hatten oder ganz stillgelegt waren. Und dies, nachdem ich zuvor immer nur die 24h Tanken von InterMarche und Co gefunden hatte, die bei den deutschen Karten immer wieder Theater machen. Nachdem ich mich schon mit dem Gedanken befasst hatte als erste Alternative nach InterMarches abseits der Route zu suchen und ansonsten doch eine Unterkunft für die Nacht zu suchen um nach Öffnung der Tankstellen weiterzufahren habe ich doch noch eine Kartentankstelle gefunden und konnte circa 380 vor dem Ziel nochmals tanken. Damit würde ich im Zweifel bis nach Hause kommen, aber hatte keine Bedenken, dass ich in Deutschland deutlich leichter eine offene Tankstelle finden würde. Tatsächlich war dies bis zur Grenze (das heißt circa 200km!) die letzte Tankstelle überhaupt auf meiner Route!

Da die Strecke weiterhin recht schnell war und ich mich in einem Kiosk noch mit Getränken eindecken konnte, hatte ich inzwischen beschlossen möglichst durchzufahren. Ich wollte doch noch mehr als nur einen Tag Pause bevor es wieder an die Arbeit geht. Nachdem es dann dunkel wurde (inzwischen schon halbwegs tief in Deutschland) habe ich den Kurvenindex heruntergesetzt.

Südlich von Mainz hatte ich nochmal Glück: Das Navi hat mich zu einer Autofähre geleitet, welche normalerweise nur bis 21 Uhr fährt. Allerdings war in der Nähe ein Weinfest und somit wurde die letzte Abfahrt aufn 24 Uhr verschoben. Ich habe die vorletzte Fahrt um 23:30 erwischt 🙂 . Bei der Überfahrt habe ich noch ein netter Ehepaar aus Groß Gerau kennengelernt, wobei der Mann die ganze Zeit mit leuchtenden Augen vor der Maschine stand und diese schon fast zärtlich berührt hat. Dieses Abenteuer hätte er wohl auch gerne erlebt (und da er wirklich sehr sympatisch war hoffe ich, dass ihm das ermöglicht wird).

Um 0:13 bin ich schlussendlich angekommen und diese tolle Fahrt ist nun leider endgültig vorbei.

Statistik der Rückfahrt

Da ich den Rückweg weiter östlich gewählt habe war die Strecke insgesamt kürzer. Allerdings würde ich empfehlen, zumindest in den Pyrenäen den von mir auf der Hinfahrt gewählten Übergang zu nutzen und die Montañas Ibericos voll mitzunehmen.

Zurückgelegte Strecke: 2.711,6 km

Fahrzeit: 41 Stunden

Durchscnittsgeschwindigkeit: 65km/h


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