Vorab: Heute war die Fahrleistung in dem Rahmen wie ich es mir vorstellen. Insofern werde ich heute etwas auführlicher berichten und auch die Beiträge der ersten beiden Tage ergänzen und ggf. auch aufhübschen.
Los ging es um 7 Uhr zunächst ohne Frühstück. Da ich gestern Abend bei Neuplanung der Route gesehen habe, dass diese nur wenige Kilometer an dem Grundstück von Hartmud vorbeigehen sollte, habe ich mich entschieden dort einen Zwischenstop einzulegen und mal nach dem Rechten zu schauen. Die Fahrt bis dahin war von der Strecke genau so, wie ich es mir vorstelle: Gute Straßen mit viel Kurven die man in mittlerer Geschwindigkeit bei voller Schräglage nehmen kann. Das zaubert dem engagierten Motorradfahrer gleich ein breites Grinsen auf das Gesicht. Allerdings liessen die Temperaturen zu wünschen übrig, die (zum Glück nur kurz) auf 9°C herunterging und sich dann bei 14°C stabilisierte. Da ich am Vortag bereits das regen- und winddichte Inlay aus der Motorradkleidung herausgenommen hatte, habe ich in weiser Voraussicht schon im Hotel alle Lüftungsreißverschlüsse geschlossen und ich habe nicht zu sehr gefroren. Allerdings war ich bei Fahrt etwas erstaunt – die Kilometer zum Grundstück schmolzen ohne dass die Natur die mir bekannte Vegetation annahm. Das änderte sich schlagartig, als ich nördlich von Minerve ungefähr da wo die D175 von der D907 um die Kurve bog. Es wurde schlagartig wärmer und auf einmal sah ich das Minervois so wie ich es kenne und liebe. Auf dem Weg vorbei an der Domaine Le Cazal war ich kurz am überlegen, ob ich dort noch einen kleinen Kanister Wein für den Urlaub holen soll, aber habe nach dem Blick auf Uhr (7:40) davon abgesehen…
Beim Grundstück angekommen stellte ich erfreut fest, dass immer noch ordentlich Wasser im Bach läuft. Zwar keine Unmengen, aber fürs Baden würde es noch reichen. Meines Wissens für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich.
Die nächsten Überraschungen kamen, als ich den Weg hochgestiefelt bin. Zum Einen ist alles wahnsinnig hoch gewachsen und zum Anderen scheinen die „Feriengäste“ die nach uns kommen wollten nicht da gewesen zu sein und die Sachen wie Tische und Stühle standen, glücklicherweise vollständig, draußen.
Leider Gottes scheinen von den Pflanzen in der zum Blumenkasten umfunktionierten Schubkarre nur wenige überlebt zu haben.
Auch die Aloe Vera ist nicht mehr ganz frisch. Aber da gehe ich mal davon aus, dass sich das wieder gibt. Zur Sicherheit habe ich die erst einmal mit ordentlich Wasser versorgt.
Nachdem ich schön auf dem Grundstück gefrühstückt und die ganzen Sachen reingeräumt habe bin ich dann, doch arg wehmütig, weitergefahren.
Die Strecke war recht wechselhaft: Zwischen Narbonne und Perpignan eher langweilig und nur zum Üben von Überholmanövern geeignet. Dann durch die westlichen Pyrenäen wieder traumhafte Strecken – teilweise mit einigem an Verkehr, aber davon habe ich mich beim Fahren nicht stören lassen :). Auch habe ich den ganzen Tag keine Strecke mit Splitt gesehen. Anscheinend ist dies „Zaubermittel“ nur für Nebenstrecken reserviert.
Nachdem ich Spanien erreicht habe ging dann die Temperatur weiter hoch auf bis zu 35°C. Die Strecken hier waren überwiegend mit wenig Kurven und recht schnell (ich werde mal nachher sehen, ob ich für Morgen eine Strecke geplant bekomme, die nicht zu lange ist, aber weniger Schnellstraßen beinhaltet). In Calaceite habe ich einen kleinen Rundgang durch die historische Altstadt gemacht, die wirklich ganz schön ist.
In der von der Zimmerwirtin empfohlene Tapas Bar, wo ich heute Abend auch essen werde, habe ich mir dann zu der Hitze passend einen Tinto de Verano gegönnt.
Apropos Zimmer: Die Besitzerin war etwas erschrocken, als sie gesehen hat wie groß ich bin. Sie hat mir das Zimmer gezeigt, dass absolut in Orndung war, aber nur mit einem Bett der Größe 190×90 ausgestattet war. Sie hat mir angeboten für 10€ ein Upgrade auf ein Zimmer mit Doppelbett zu machen, was ich dann angenommen habe.
Statistik
Zurückgelegte Strecke: 550,3 km
Fahrzeit: 7:04h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 76km/h



1 Kommentar
Pilar · 27. Juni 2018 um 14:26
Hallo Holger,
Es kling ganz schön und aufregend, selbstverständlich ab Spanien 😉
Die Temperatur bis zu 35°C ist nicht neues, ich hoffe Du hattest in Calaceite eine Zimmer mit Klimaanlage!!
Wo gehe die Reise weiter? Was ist heute Passiert?
Viel Spaß
Pilar