Bis auf das Beitragsbild gibt es keine Fotos von dem heutigen Tag und das obwohl ich eigentlich für diese Tour an allen Tagen recht maßvolle Tagestouren geplant habe und mir so mehr Zeit u.a. für Fotos und Dinge neben der Straße geben wollte. Die Ursache hierfür war das katastrophale Wetter.

Als es gegen 7:30 losging erwartete mich Regen und 4°C. Bevor ich losgefahren bin hatte ich noch schnell das Regenradar geprüft: Es war für die nächsten drei Stunden keine Besserung in Sicht. Ich sah allerdings auch, dass das Regenband Richtung Süden zog, sich jedoch nicht ganz bis an den Westrand von Deutschland erstreckte – also losfahren…

Zwischen Frankfurt und Mainz blieb die Temperatur zwischen 3,5°C und 4,5°C. Hinter Mainz änderte sich das Wetter dann nochmal. Der Regen wurde stärker und die Temperatur pendelte sich zwischen 2,0°C und 3,0°C ein. Die Strecke war dort wirklich schön, aber geniessen konnte ich sie wirklich nicht. Zu allem Überfluß stellte sich heraus, dass der rechte Heizgriff der BMW defekt ist. Während die ersten beiden Stunden meine Kleidung der Temperatur gewachsen war, zog die Feuchtigkeit nun doch langsam auch in den Anzug und da das linke Hosenbein hochgerutscht war, war auch der linke Schuh innen naß. Durch die extremen Bedingungen hatte so langsam auch das Pinlock Visier keine Wirkung mehr, so dass ich das Visier immer wieder öffnen musste.

In Landstuhl habe ich dann in einem Bushaltehäuschen das erste Mal kurz pausiert. Dort ist auch das Foto zu diesem Beitrag entstanden. Der Ausschnitt ist nicht optimal, aber das liegt daran, dass ich nach dem Absteigen unheimlich gezittert habe. Da ich aber immer noch die Hoffnung hatte, dass ab Frankreich der Regen aufhört bin ich weitergefahren. Hinter Landstuhl wandelte sich nun der Regen in Schnee der sich „schön“ auf dem Visier festsetzte, so dass die Sicht immer schlechter wurde. Nach weiteren 10km im Schnee hatte ich wieder Regen. Die Temperatur blieb während der Zeit zwischen 1,5°C und 2,5°C.

Auch nach der Grenzüberquerung in der Nähe von Medelsheim wurde meine Geduld leider nicht belohnt. Weiterhin viel Regen, unveränderte Temperaturen und zwischendurch auch Schnee. Als ich dann bei meinem Tankstopp in Sarre-Union auf dem Touchpad der Zapfsäule meine PIN dreimal korrigieren musste, da ich vor lauter Zittern immer wieder daneben getippt habe (obwohl die die Größe von Tasten auf einem Seniorentelefon hatten) entschied ich mich nach dem Tanken die nächstgelegene Unterkunft anzufahren. Die Buchung über Booking.com und die Eingabe im Navi war mit den zitternden Händen nicht einfach, aber hat dann geklappt.

Nun hatte ich echt Glück – ich konnte direkt einchecken Chez Annie et Friedel. Friedel, der mich empfangen hat, sagte mir, dass er normalerweise erst um 17 Uhr vor Ort sein wollte. Dann konnte ich meinen Anzug im Heizungsraum aufgehängen, meine Stiefel auf die Heizung stellen und eine heiße Dusche nehmen. Danach habe ich alle anderen Sachen die ich anhatte inklusive Helm auf den Heizungen der Ferienwohnung verteilt – nichts war trocken geblieben…

Nachher gehe ich noch zu einem Restaurant in der Nähe für ein Abendessen. Die Buchungen der Pensionen, die ursprünglich für heute und morgen hatte, liessen sich glücklicherweise um einen Tag verschieben, so dass ich ab morgen wieder die geplante Fahrt aufnehmen kann. Es erwarten mich zwar voraussichtlich die gleichen Temperaturen, jedoch – und das ist entscheidend – es soll trocken bleiben!

Statistik
Zurückgelegte Strecke: 267,7 km
Fahrzeit: 4:19 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 61 km/h


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